Systemintegration

Neue Systeme erfolgreich einbinden

Die Kernsysteme einer Versicherung, unter denen wir im Folgenden vorrangig Bestandsführung und Schaden-/Leistungsverwaltung verstehen, leisten einen nachhaltigen Wertbeitrag in den Unternehmen und sind durch einen langen Softwarelebenszyklus gekennzeichnet. Bei einer Erneuerung oder Erweiterung stellen sich Herausforderungen aus der Integration und Anpassung des Zielsystems an die spezifischen Bedürfnisse:

  • Wie soll das vollständige Zusammenspiel aller Systemkomponenten in der Ziel-Anwendungslandschaft gestaltet werden?
  • Welche Chancen und Vorteile liegen in einem produktzentrierten Ansatz?
  • Welche fachlichen Anpassungen sind in der Konfiguration erforderlich?
  • Worauf ist bei der Realisierung / Implementierung zu achten?
  • Welche Anforderungen ergeben sich an die umliegenden Systeme, insbesondere aus heutigen Erwartungen zur „Echtzeitverarbeitung“ bei arbeitsteiligen Systemen?
  • Welches Testmanagement ist erforderlich, um eine stabile Produktion gewährleisten zu können?

Die Ziele, Strategien, Architekturen, Leistungen und Prozesse bedürfen einer wechselseitigen Abstimmung zwischen der IT und den Fachbereichen, um ein gleichgerichtetes Verständnis und Vorgehen bei der Systemintegration zu gewährleisten.

Facharchitektur

Eine definierte und gelebte Facharchitektur bildet das Fundament für die Projektarbeit der Anwendungsentwicklung: der Bebauungsplan wird vorgedacht und Strukturierungsprinzipien werden vorgegeben. Sie ermöglicht, die Vollständigkeit und inhaltliche Korrektheit von der Systemauswahl/-abgrenzung über die Anforderungsdefinition bis hin zur Konzeption und Modellierung fachlich und technisch abzusichern.

Die Facharchitektur definiert:

  • Welche fachlichen Anforderungen insgesamt in den Informationssystemen abzubilden sind,
  • welche fachlichen Komponenten gebildet werden,
  • wie sie strukturiert werden (statische Sicht),
  • wie sie zusammenwirken (dynamische Sicht),
  • nach welchen Regeln und Qualitätskriterien aus ihnen ein Informationssystem zusammengesetzt wird.

Der von uns favorisierte produktzentrierte Ansatz konzentriert dabei die wesentliche, vom Versicherungsprodukt abhängige Fach- und Prozesslogik an einer einzigen, zentralen Stelle im System.

Die Architektur hat nicht zum Ziel, alle Inhalte komplett und detailliert vorzugeben. Es ist Aufgabe von Projekten, den Gestaltungsrahmen unter Berücksichtigung der übergreifenden Festlegungen und Regelungen der Architektur auszufüllen. Die Architektur regelt soviel wie nötig, um die Zielsetzungen der IT-Strategie umzusetzen, lässt aber den Projekten soviel Freiheit wie möglich. Sie dient darüber hinaus auch als ein Dokument der IT-Strategie (wo kommen wir her – wo wollen wir hin) und hilft bei Auswahl und Integration von Standard- / Kaufsoftware.

Produktmodellierung

folgt…

Konfiguration

Generell verstehen wir unter Konfiguration die Anpassung eines Systems an den individuellen Bedarf des Versicherers. Hierunter fallen die fachliche Ausprägung vorhandener sowie die Änderung und Ergänzung von fehlenden Funktionen.

Im Speziellen verstehen wir unter Konfiguration einen Gestaltungsansatz. Systeme werden so realisiert, dass eine hohe Flexibilität durch eine fachliche Administration ohne herkömmlichen Realisierungsaufwand erreicht werden kann. Das erhöht das Tempo der Verfügbarkeit, sorgt aber auch für reduzierte Testaufwände und eine erhöhte Produktionsstabilität bei Änderungen.

Die Konfiguration ist ein bedeutender Teilaspekt der Facharchitektur und ist dort im Detail auszuprägen.

Realisierung

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Integration Umsysteme / Prozesse

Es ist naheliegend, dass die Vernetzung des neuen Kernsystems mit den umliegenden Systemen in der Ziel-Anwendungslandschaft sicherzustellen ist. Schließlich soll vom Vertrieb auf Basis von Bestandsdaten eine Beratung, ein Neuabschluss erfolgen, nach einer Policierung auch eine Police gedruckt, das Inkasso durchgeführt und neben der Bereitstellung von Informationen zur Unternehmenssteuerung auch ein Jahresabschluss erstellt werden können. Durch die Veränderung der Anwendungslandschaft kann eine Anpassung der Aufbau- und Ablauforganisation notwendig werden, die zu erkennen und lösen ist.

Die Prozesse einer Versicherung sind zunehmend arbeitsteilig mit Partnern zu organisieren – die oft übliche Eingrenzung der Betrachtung auf einen reine Innendienst-Unterstützung ist nicht mehr zielführend für den Unternehmenserfolg. Die Daten müssen schnell und umfassend für Prozessschritte verfügbar gemacht werden, die außerhalb des Innendienstes von externen Partnern (Vertrieb, Dienstleister) in ihrer jeweiligen Systemumgebung bearbeitet werden. Auch diese externen Partner benötigen ihren Platz in der Ziel-Anwendungslandschaft. Es sind kontrollierte, sichere und weitestgehend standardisierte Schnittstellen zum Datenaustausch vorzusehen. Mit gekapselten internen Funktionen erfolgt eine bidirektionale Kommunikation, je nach Anforderungslage in „quasi real-time“.

Test / Testmanagement

Die Testdurchführung, die Wahl einer idealen Testmenge und das Auffinden fehlerhafter Programmteile ist eine sehr kreative und sehr aufwändige Aufgabe – es gibt keinerlei Möglichkeit, diese Aufgabe konstruktiv zu lösen / schematisch abzuleiten.

Der Spagat zwischen einerseits „hohe/maximale Testabdeckung“ und „möglichst geringe Anzahl Testfälle“ ist nur durch Schwerpunkt-Setzungen in der Teststrategie lösbar, u.a. unter Berücksichtigung von Risiken / Auswirkungen von Fehlern, Happy-Day-Szenarien, häufige / seltene Anwendung u.a. Bei dieser Beurteilung kann die Facharchitektur hilfreich sein.

Test eigenständiger Komponenten, Integrationstest für das Zusammenwirken von mehreren Komponenten bilden Vorstufen für den Produktions-Abnahmetest.  Die Testspezifikation gibt den Testumfang in den unterschiedlichen Stufen vor. Moderne Entwicklungsmethoden wie z.B. Scrum haben den frühzeitigen Test des entwickelten Programmcodes grundsätzlich in ihr Vorgehensmodell integriert.

Der Einsatz eines Management-Tools (wie z.B. die uns geläufigen HP-ALM, Jira (Adaptavist), SQS-Testcenter) ist heutzutage Standard, um Transparenz zum Testfortschritt und zur Fehlerbehebung erzeugen zu können.

Automatisierte Regressionstests auf einem definierten, rücksetzbaren Testdatenbestand sind sinnvoll. Der „ideale“ Testumfang hängt auch hier von der Zielsetzung ab: Während der Entwicklung sind evtl. bestehende Einschränkungen zum Testzeitpunkt zu beachten (noch fehlende Funktionen, (noch) nicht die verlangte Performance o.ä.), für die Nutzung im späteren Wartungsbetrieb sind die Anforderungen an die Testfallmenge aus Produktionssicht festzulegen.

Aufgrund unserer Erfahrungen sind wir in der Lage, Testvorbereitungen und -durchführung zum Erfolg zu führen – auch dann, wenn die Ausgangssituation mal nicht dem Lehrbuch entsprechen sollte.

Unterstützung durch in-pact

in-pact unterstützt die Kunden in allen Phasen einer Systemintegration – bis hin zur Übernahme der Verantwortung im Rahmen des Projektmanagements. Wir stellen auf Basis unserer Branchen-Expertise und Erfahrung aus zahlreichen Projekten die zielorientierte Systemintegration sicher. Unsere Leistungen umfassen:

  • Unterstützung beim Sizing von Projekten – nicht zu groß oder zu klein
  • Erstellung von Prozess- / Organisationsanalysen, Identifikation von Änderungsbedarf
  • Erstellung und Ausgestaltung der Facharchitektur sowie darauf aufbauend Fachkonzeptionen der Kernsysteme und Schnittstellen zu Umsystemen
  • Erstellung von aktuariellen Produkdesigns und zentraler Produktabbildung
  • Implementierung mit modernen Software-Methoden
  • Begleitung von Change-Prozessen
  • Erstellung von Testkonzepten, Unterstützung beim Test und bei der Abnahme
  • Abstimmung der Abnahmeverfahren mit Revision und Wirtschaftsprüfer
  • Ausfüllung unserer Projektrollen als Mittler zwischen Fachbereich und IT – wir sprechen beide Sprachen